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Langstreckenflotte komplett

Swiss jetzt mit zehn Boeing 777-300ER auf Langstrecke unterwegs

Mitte März 2018 übernahm Swiss die zehnte Boeing 777 und hat damit ihre Langstreckenflotte komplettiert – ein erfolgreicher Abschluss einer anspruchsvollen Flugzeugbeschaffung. Vor der Übernahme wurden die brandneuen Flugzeuge von Swiss Spezialisten auf Herz und Nieren geprüft.

Swiss: Letzte Checks am Fahrwerk vor dem Überführungsflug
Swiss: Letzte Checks am Fahrwerk vor dem Überführungsflug
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2011 kam bei Swiss der Bedarf für ein grösseres Flugzeug auf, denn auf vielen Strecken hatte der Airbus A340 mit seinen knapp 220 Sitzen eine Sitzplatzauslastung von über 90% erreicht und stiess damit an seine Grenzen. Weil gleichzeitig der Markt jährlich um rund 7% wuchs, drohte Swiss trotz vollen Flugzeugen der Verlust von Marktanteilen.

Benötigt wurden neue Maschinen mit 300 bis 350 Sitzplätzen. Das Angebot an Flugzeugen dieser Grösse war damals allerdings klein, und Typen auf Basis neuer Technologien – wie der A350-1000 und die Boeing 787-10 – sind erst ab 2020 verfügbar. So fiel die Wahl auf die Boeing 777-300ER mit 340 Sitzplätzen und einer Frachtkapazität von 25 Tonnen. Für Beat Locher, Head Aircraft Asset Management von Swiss, eine ideale Lösung: „Die Boeing 777 war ab 2016 lieferbar. Und die massiv tieferen Sitzplatzkosten machten uns auch auf den Ultralangstrecken wieder konkurrenzfähig.“ Technisch überzeugte der Flieger gemäss Peter Wojahn, Leiter Technik von Swiss, ohnehin: „Die Boeing 777 ist eines der meistverkauften Grossraumflugzeuge. Sie hat sich bewährt, ist sehr zuverlässig und robust.“ 

Drei Millionen Einzelteile für ein Flugzeug

Die Produktion der Boeing 777 erfolgt in Everett bei Seattle. Dort fertigt Boeing in der mit 13,3 Mio. m3 grössten Halle der Welt ihre Grossraumflugzeuge. Im Werk arbeiten 35‘000 Menschen in drei Schichten fünf Tage die Woche. 14 Wochen dauert es, bis eine Boeing 777 aus rund drei Millionen Einzelteilen zusammengesetzt ist. Eine logistische Meisterleistung, weil viele Teile „just in time“ zur Verarbeitung nach Everett kommen. Auch aus der Schweiz. So liefert die Firma Bucher Leichtbau AG, Fällanden, die Bordküchen für die Boeing 777 von Swiss. Teppiche, Sitzstoffe und Luftkissen für die Business-Class-Sitze stammen von der Firma Lantal in Langenthal.

Verlässt das frisch zusammengebaute Flugzeug die riesige Montagehalle, dauert es noch etwa einen Monat bis zur Auslieferung. Alle Systeme müssen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Sind alle Checks am Boden erfolgreich, ist das Flugzeug bereit für den Erstflug. Dieser dauert rund drei Stunden und wird von zwei Testpiloten und einem Systemoperator von Boeing durchgeführt.  

Ein Fall für das Abnahme-Team von Swiss

Verläuft der Erstflug nach Plan, steht die Abnahme des Flugzeugs durch Swiss an. Keine Formalität, denn die Spezialisten aus den Bereichen Flight Operations, Kabine und  Technik checken das gesamte Flugzeug minutiös und notieren alle Mängel. Die Kabinenüberprüfung braucht am meisten Zeit. Michael Klöti, Maître de Cabine und Sicherheitsspezialist, erklärt: „Wirklich alles in der Kabine wird überprüft: Sind Feuerlöscher und Sauerstoffmasken gemäss Vorgaben installiert, ist das Medical Equipment am richtigen Ort, funktionieren Licht, Heizung, das Bordunterhaltungssystem, die Kühlschränke etc.? Lassen sich alle Sitze problemlos in die gewünschten Positionen fahren?“

Das Flight Operations Team kommt beim Ground-Check und dem Testflug zum Zug. „Beim Check am Boden prüfen wir, ob alle Systeme nach Plan arbeiten“, sagt Michael Gachnang, Systemoperator. Beim nachfolgenden Testflug unter Leitung des Technischen Piloten Yves Dissler werden die Systeme auf ihr normales Verhalten im Flug kontrolliert. Und noch mehr, wie Dissler ausführt: „Wir müssen sicher sein, dass alle Back-up-Systeme funktionieren. Deshalb stellen wir die Normalsysteme ab und prüfen, ob und wie die Back-up-Systeme übernehmen. Dazu gehören das Fliegen mit dem Nothydraulik- und Notstromsystem und das Abstellen und Starten der Triebwerke im Flug.“ Sind alle Mängel durch Boeing behoben und die Dokumentenüberprüfung durch das Abnahmeteam abgeschlossen, steht der Eigentumsübertragung nichts mehr im Weg, und das Flugzeug wird nach Zürich überführt. Bereits ein bis zwei Tage später geht es in den Liniendienst.

Ende Januar 2016 übernahm Swiss die erste Boeing 777-300ER, seit Mitte März 2018 stehen alle zehn bestellten Maschinen im Einsatz. Bislang hat sich die erwartete Zuverlässigkeit bestätigt. Peter Wojahn dazu: „2017 ist jede unserer Boeing 777 pro Tag durchschnittlich 16 Stunden im Einsatz – Trainings etc. mit eingerechnet ist das ein sehr hoher Wert!“

Meet Swiss at the Aussenwirtschaftsforum on 26 April 2018

International growth between globalization and protectionism: Strategies and tips for exporting SMEs at the Aussenwirtschaftsforum on 26 April in Zurich.

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